Antworten auf Salafismus

Nahaufnahme: In Holz geschlagene Nägel, die durch Drähte miteinander verbunden sind.

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Netzwerkpartner

Das „Bayerische Netzwerk für Prävention und Deradikalisierung gegen Salafismus“ bündelt seit 2015 die Kompetenzen des Innen-, Justiz-, Kultus- und Sozialressorts, um jede Form der Radikalisierung durch salafistische Ideologien systematisch zu verhindern. Auch die zivilgesellschaftlichen Träger VPN und ufuq.de kooperieren mit dem Netzwerk.
Weitere Infos finden Sie in der Broschüre: Das Bayerische Netzwerk für Prävention und Deradikalisierung stellt sich vor (PDF).


Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Es ist eine wesentliche Aufgabe des Bayerischen Innenministeriums, die Aufrechterhaltung der Öffentlichen Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten. Der Islamismus und besonders der islamistische Terrorismus stellen auch Bayern vor große Herausforderungen. Daher steht er im besonderen Fokus von Polizei und Verfassungsschutz.

Logo: Bayerisches Innenministerium.

Die Anschläge in Würzburg und Ansbach im Juli 2016 verdeutlichten in drastischer Weise, dass auch die Bundesrepublik Deutschland in den direkten Fokus des islamistischen Terrorismus gerückt ist. Schon in den vergangenen Jahren wurden die Sicherheitsapparate ausgebaut. Aufgrund der aktuellen Bedrohungslage werden Polizei und Verfassungsschutz weiter verstärkt und das rechtliche Instrumentarium entsprechend überprüft.

Islamistischer Terrorismus: Bedrohungsszenarien in Deutschland

Unsere Sicherheitsbehörden sind im Bereich des islamistischen Terrorismus mit unterschiedlichen Szenarien und Phänomenen konfrontiert:

  • Wie die groß angelegten terroristischen Anschläge in Paris und Brüssel gezeigt haben, müssen wir mit gesteuerten und planmäßig agierenden Terrorzellen rechnen.
  • Terrororganisationen wie der sogenannte Islamische Staat nutzen die Flüchtlingsrouten und Flüchtlingsströme gezielt, um Attentäter nach Europa einzuschleusen.
  • Auch von radikalisierten Einzeltätern und Kleinstgruppen geht große Gefahr aus. Diese sind nicht unmittelbar in die Strukturen terroristischer Organisationen eingebunden, sondern haben sich selbst radikalisiert – meist über das Internet.
Sicherheitspolitik bei Ausreisesachverhalten

Die Beobachtung von Ausreisesachverhalten in Jihad-Gebiete wie Syrien oder Irak ist ein Schwerpunkt der Arbeit der Sicherheitsbehörden. Ihr Ziel ist es, möglichst viele Ausreiseplanungen frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden. Hierfür wurde auch das „Gemeinsame Handlungskonzept des Bayerischen Landeskriminalamts, des Bayerischen Landesamts für Verfassungsschutz und des Operativen Staatsschutzes der Bayerischen Polizei“ entwickelt.

  • Die Ausreise von Salafisten mit deutscher Staatsangehörigkeit soll u. a. flankierend durch pass- und personalausweisrechtliche Maßnahmen verhindert werden. Seit dem 30. Juni 2015 kann hierzu auch auf das Instrument der Personalausweisentziehung und der Ausstellung eines Ersatzpersonalausweises zurückgegriffen werden. Daneben werden auch weitere Maßnahmen wie die Passentziehung oder die Beschränkung des Personalausweises auf die Bundesrepublik Deutschland angewendet.
  • Bei Salafisten mit ausländischer Staatsangehörigkeit prüft die Arbeitsgruppe BIRGiT (Beschleunigte Identifizierung und Rückführung von Gefährdern aus dem Bereich des islamistischen Extremismus/Terrorismus) aufenthaltsbeendende Maßnahmen und die Möglichkeit, ihre Wiedereinreise zu verhindern. Kann ihr Aufenthalt nicht beendet werden, werden auch bei ihnen Ausreiseverbote geprüft und erlassen.

Ausreisesachverhalte: Gefahr durch Rückkehrer

Eine besondere Gefahr für die Innere Sicherheit in Deutschland geht von kampferfahrenen und möglicherweise traumatisierten Rückkehrern aus den Kampfgebieten in Syrien und dem Irak aus.

  • Zum einen ist davon auszugehen, dass diese Personen an Kampfhandlungen beteiligt waren und im Umgang mit Waffen und Sprengstoff geschult wurden.
  • Zum anderen kann sich das Erlebte im Kriegsgebiet weiter radikalisierend oder traumatisierend auf diese Personen auswirken. Ihre Hemmschwelle für die Anwendung von Gewalt dürfte deutlich gesunken sein.
Prävention und Deradikalisierung

Um den Herausforderungen durch Islamismus und islamistischen Terrorismus wirksam zu begegnen, braucht Bayern aber nicht nur gut aufgestellte Sicherheitsbehörden. Sicherheit und Prävention müssen Hand in Hand gehen. Dem trägt Bayern durch das „Bayerische Netzwerk für Prävention und Deradikalisierung gegen Salafismus“ Rechnung. Hieran sind neben dem Innenministerium noch drei weitere bayerische Ministerien beteiligt. Die vier Ministerien arbeiten in einer Interministeriellen Arbeitsgruppe (IMAG) eng zusammen. Die Leitung der IMAG liegt im Innenministerium.

Sicherheit und Prävention müssen Hand in Hand gehen.

Die IMAG übernimmt
  • die inhaltliche Steuerung und strategische Ausrichtung des Netzwerks
  • die ressortübergreifende Abstimmung von staatlichen Maßnahmen
  • die Koordinierung der Zusammenarbeit der Netzwerkpartner
  • die Organisation von Veranstaltungen des Netzwerks
  • die Koordinierung von gemeinsamen Projekten des Netzwerks
Sie fungiert außerdem als
  • Ansprechpartner für Fragen zum „Bayerischen Netzwerk für Prävention und Deradikalisierung gegen Salafismus“ – z.B. bei Anfragen durch Presse, Bürger oder Landtag
  • Vertretung Bayerns in bundesweiten Gremien zum Thema Salafismus-Prävention

Weiterführende Informationen zum Extremismus und Terrorismus finden Sie auch auf der Website des Bayerischen Innenministeriums.


Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration

Die Organisationseinheit Radikalisierungsprävention im Bayerischen Sozialministerium ist für Fragen der frühen Prävention von Radikalisierung zuständig. Dies betrifft sowohl die Bereiche religiös motivierter Radikalisierung als auch Links- und Rechtsextremismus.

Logo: Bayerisches Sozialministerium.

Die Organisationseinheit

  • erarbeitet Handlungs- und Kommunikationsstrategien im Bereich der Radikalisierungsprävention für die gesamte Gesellschaft. Dies beinhaltet:
    • Konzeption, Koordinierung und Förderung von Maßnahmen zur Wissensvermittlung
    • Sensibilisierung zum Umgang mit Radikalisierung
    • Vernetzung und Projektarbeit
  • tauscht sich mit wissenschaftlichen Einrichtungen aus. Diese Zusammenarbeit ermöglicht den Transfer wissenschaftlicher Forschungsergebnisse in die Praxis.
  • arbeitet mit zuständigen Stellen und fachbezogenen Netzwerken auf Länder- und Bundesebene, aber auch europaweit zusammen.

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Website des Bayerischen Sozialministeriums.

Sie planen ein Projekt? Wir helfen Ihnen gerne weiter!

Das Bayerische Sozialministerium fördert mit Landes- und Bundesmitteln aus dem Programm „Demokratie leben!“ Projekte, den Aufbau von kommunalen Netzwerken sowie Aktionen zur Aufklärung und Demokratieförderung. Auch eine mögliche Unterstützung bei Förderung des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ können Sie mit uns absprechen. Bei Fragen zu Förderbedingungen und -möglichkeiten oder Antragstellung und Verfahren können Sie sich gerne vor Projektbeginn bei uns melden:


Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

Das Präventionskonzept des Bayerischen Kultusministeriums setzt auf Intervention und Primärprävention. Ziel der Prävention ist v. a. die Förderung der Selbst- und Sozialkompetenzen aller Schülerinnen und Schüler, um einer möglichen Opfer- oder gar Täterrolle entgegenzuwirken. Dies geschieht durch klare und kompetente Sachinformation, durch Werteerziehung und die Entwicklung von Kompetenzen für gewaltlose Konfliktbewältigung.

Logo: Bayerisches Kultusministerium.

Gewaltprävention und die Förderung von prosozialem Verhalten, eingebettet in guten Unterricht und ein positives Sozialklima, spielen in allen Schulen eine wichtige Rolle. Schule darf sich in dieser Perspektive als Schutz- und Lebensraum für die Schülerinnen und Schüler verstehen.

Passgenaue Angebote finden

Die öffentliche Debatte und die wissenschaftliche Forschung zu Gewalt an Schulen haben zur Entwicklung, Erprobung und Etablierung einer Vielzahl von Präventionsprogrammen geführt. Welches Programm für die Einzelschulen sinnvoll ist, hängt von der Situation vor Ort und den dort vorhandenen Ressourcen ab.
Neben den bayernweit etablierten Programmen gibt es deswegen auch viele regionale und lokale, oft in nichtstaatlicher Trägerschaft und Finanzierung. Ergänzend zum Unterricht gibt es für bayerische Schulen vier bis fünf landesweite und mehr als ein Dutzend regionale Präventionsprogramme, die teilweise personell und konzeptionell vom Bayerischen Kultusministerium unterstützt werden.
Die Programme wirken auf der

  • individuellen Schülerebene (z. B. Werteerziehung)
  • Klassenebene (z. B. PIT, Faustlos, Lions Quest)
  • Schulebene (z. B. Streitschlichter)

Weitere Infos für Eltern, Lehrer und Schüler finden sich auf der Website des Kultusministeriums.

Ziel der Prävention ist v. a. die Förderung der Selbst- und Sozialkompetenzen aller Schülerinnen und Schüler, um einer möglichen Opfer- oder gar Täterrolle entgegenzuwirken.

Initiative „Werte machen stark.“

Die Prävention gegen extremistische, fundamentalistische und speziell auch salafistische Bestrebungen ist Teil des breit angelegten Konzepts des Bayerischen Kultusministeriums zur Vermeidung von Gewalt. Schulische Präventionsprogramme unterstützen die Erziehungsarbeit der Eltern und werden besonders wirksam im Rahmen der schulischen Werteerziehung.
Die von hier aus ins Leben gerufene langjährige Initiative „Werte machen stark.“ umfasst inzwischen viele Handlungsfelder, z. B.:

  • die Gewaltprävention
  • die Vermittlung kultureller und interkultureller Kompetenzen
  • den Dialog zwischen den Kulturen und Generationen
  • die Übernahme sozialer Verantwortung
  • die Prävention gegen Extremismus und Fundamentalismus

Ein Schwerpunkt liegt außerdem bei der Verknüpfung von Sprach- und Wertevermittlung für Schülerinnen und Schüler mit Migrations- und Fluchthintergrund – besonders für Neuankömmlinge aus anderen Kulturkreisen. Vermittelt werden Grundregeln des alltäglichen Zusammenlebens und zentrale Prinzipien der Verfassungsordnung.

Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit

Die Landeszentrale für politische Bildungsarbeit gehört organisatorisch dem Bayerischen Kultusministerium an. Sie ist innerhalb der staatlichen Verwaltung auch als Beratungs- und Ausführungsorgan tätig – unbeschadet ihrer parteipolitischen Neutralität. In § 2 der Verordnung über die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit in der Fassung vom 28. November 1995 wird die Kernaufgabe der Institution definiert: „Die Landeszentrale für politische Bildungsarbeit hat die Aufgabe, auf überparteilicher Grundlage das Gedankengut der freiheitlich-demokratischen Staatsordnung im Bewusstsein der Bevölkerung zu fördern und zu festigen.“

Die Aufgaben umfassen die Themenbereiche
  • internationale Beziehungen
  • Erinnerungsarbeit und zeithistorische politische Bildung
  • Integration und Migration
  • aktuelle Entwicklungen in den sozialen Beziehungen
Ziele sind dabei:
  • Demokratie- und Werteerziehung
  • Stärkung der demokratischen Kompetenz
  • Förderung des politischen Bewusstseins: durch die Ermutigung zu politischem und ehrenamtlichem Engagement. Hier steht u. a. die kommunale Ebene als Ort der unmittelbaren Demokratie und Teilhabe im Fokus
  • Darüber hinaus haben alle Aufgabengebiete das Ziel, durch Aufklärungsarbeit extremistischen Haltungen, Auffassungen und Positionen entgegenzuwirken
Tätigkeitsbereiche:
  • Darstellung und Aufbereitung wesentlicher geschichtlicher, gesellschaftlicher und politischer Zusammenhänge: Dabei stehen die politischen Ordnungen in Bayern, Deutschland und Europa im Fokus. Aus historischer Perspektive werden insbesondere die deutsche Zeitgeschichte als Voraussetzung unserer Gegenwart und die Geschichte Bayerns seit dem 19. Jahrhundert als Keimzelle des modernen Bayerns beleuchtet.
  • Vermittlung zeithistorisch fundierter politischer Bildung: Historische Orte werden didaktisch erschlossen, wenn sie die politische und kulturelle Identität des Landes wesentlich prägen: Die Landeszentrale ist fachlich für die KZ-Gedenkstätten und die zeithistorischen Einrichtungen in Bayern zuständig.
Hintergrundinformationen

Die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit wurde im Jahr 1955 als „Bayerische Zentrale für Heimatdienst“ gegründet. Als erste Aufgaben formulierte der damalige Ministerpräsident Wilhelm Hoegner die Herausgabe einer Staatsbürgerfibel und eines Buchs über Bayern. Neben eigenen Projekten förderte sie von Beginn an auch die Tätigkeit anderer politischer Bildungsträger. 1957 erhielt die Landeszentrale einen parlamentarischen Beirat, der die Überparteilichkeit ihrer Arbeit gewährleisten sollte. Diese parlamentarische Begleitung gibt es bis heute.
1964 erfolgte schließlich die Umbenennung in Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit und seit 1995 gehört sie organisatorisch dem Bayerischen Kultusministerium an. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben entwickelt die Landeszentrale eigene Programme und kooperiert mit den Einrichtungen und Vereinigungen, die sich der staatsbürgerlichen Erziehung und Fortbildung widmen.

Angebote der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit

  • Die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit stellt Vermittlungsangebote und Kommunikationsmittel für verschiedene Zielgruppen bereit.
     
  • Die Angebote richten sich an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, beinhalten jedoch auch spezielle Formate für Jugendliche und Multiplikatoren.
     
  • Dazu gehören zahlreiche Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, z. B.
    • Migration, Flucht und Asyl
    • Europa
    • internationale Bildungszusammenarbeit
    • politischer und religiöser Extremismus
       
  • Das Programm umfasst neben Einzelveranstaltungen auch ganzjährig stattfindende Angebote, z. B.
    • der Lernort Staatsregierung
    • das Projekt Perspektivwechsel
    • Projekttage zu Flüchtlingen in Europa
       
  • Die Landeszentrale bietet zudem ein umfassendes Programm an Publikationen und Medien. So können sich Interessierte über historische und aktuelle Themen informieren:
    • die Zeitschrift „Einsichten und Perspektiven" (erscheint viermal jährlich)
    • aktuelle Handreichungen
    • didaktisch-pädagogische Materialien für bestimmte Zielgruppen

Bayerisches Staatsministerium der Justiz

Als Teil der bayerischen Gesamtstrategie zur Bekämpfung des Islamismus bzw. Salafismus wurde im Bayerischen Justizministerium zum 1. Dezember 2015 die „Zentrale Koordinierungsstelle für Maßnahmen gegen Salafismus/Islamismus in Justizvollzugsanstalten“ geschaffen. Sie wird von einer Islamwissenschaftlerin geleitet.

Logo: Bayerisches Justizministerium.

Das Aufgabenspektrum umfasst u. a.:

  • Fortschreibung von Handlungsstrategien für den bayerischen Justizvollzug im Umgang mit sich radikalisierenden oder bereits radikalisierten Gefangenen
  • Koordinierung bei salafistischen/islamistischen Verdachtsfällen im bayerischen Justizvollzug
  • Extremismusprävention durch Wissensmanagement im bayerischen Justizvollzug
  • Fachliche Begleitung und Unterstützung des Ausbaus der muslimischen Gefängnisseelsorge
  • Verdichtung der Zusammenarbeit mit anderen Sicherheitsbehörden

Weiterführende Informationen finden Sie auch auf der Website des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz.


Bayerisches Landesamt für Verfassungsschutz

Die Bundesrepublik Deutschland ist nach ihrer Verfassung eine wertgebundene, wachsame und wehrhafte Demokratie.
Der Verfassungsschutz ist ein Frühwarnsystem, um Gefährdungen unserer Demokratie rechtzeitig zu erkennen (Vorfeldaufklärung). Er hat die Aufgabe, Regierung und Parlament und andere zuständige staatliche Stellen über Gefahren für die freiheitliche demokratische Grundordnung zu informieren. So soll es staatlichen Stellen ermöglicht werden, rechtzeitig Maßnahmen zur Abwehr dieser Gefahren zu ergreifen.

Logo: Bayerisches Landesamt für Verfassungsschutz.

Neben der Beobachtung extremistischer Bestrebungen zählen zu den Aufgaben des Verfassungsschutzes auch die Abwehr von Spionageaktivitäten ausländischer Nachrichtendienste und der Schutz vor Geheimnisverrat und Sabotage.
Im Zuge seiner Öffentlichkeitsarbeit klärt der Verfassungsschutz zudem die Bevölkerung über aktuelle extremistische Entwicklungen auf.

Weiterführende Informationen zum Verfassungsschutz in Bayern finden Sie auch auf der Website des Bayerischen Landesamts für Verfassungsschutz.

Schon gewusst?

Das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz besteht seit November 1950. Es hat seinen Sitz in München und ist dem Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr unmittelbar nachgeordnet.

Das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz (BayLfV) ist bereits seit mehreren Jahren durch verschiedene Maßnahmen im Bereich der Islamismus- bzw. Salafismus-Prävention aktiv.
Dazu zählen Beratungsgespräche, Vorträge und Multiplikatorenschulungen für:

  • Polizeibeamte
  • Lehrer
  • Ausbildungsträger
  • Mitarbeiter im sozialen Bereich
  • Mitarbeiter im Justizvollzug
  • Mitarbeiter in Flüchtlingsunterkünften

Im Rahmen des „Bayerischen Präventions- und Deradikalisierungsnetzwerks gegen Salafismus“ kooperiert das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz überdies mit den verschiedensten staatlichen Stellen im Bildungs- und Sicherheitsbereich.

Präventionskonzept des LfV:
  • Der vorverlagerte Demokratieschutz erfolgt in Bayern insbesondere auch durch die Öffentlichkeits- und Präventionsarbeit. In den letzten Jahren wurden deshalb verstärkt Mitarbeiter des Bayerischen Landesamts für Verfassungsschutz in der Präventionsarbeit eingesetzt.
  • Durch die Kernkompetenz des Bayerischen Landesamts für Verfassungsschutz, Formen des Extremismus zu erkennen und von anderen Phänomenen abzugrenzen, stellt die sogenannte Qualifizierung das zentrale Betätigungsfeld des Bayerischen Landesamts für Verfassungsschutz im Bereich Prävention dar.
  • Bei „Qualifizierung“ handelt es sich um inhalts- und zielgruppenspezifische Fortbildung für bestimmte Berufsgruppen (z. B. Berufsschullehrer, Pädagogen und Sozialarbeiter). Diese Zielgruppen sollen zunächst befähigt werden, extremistische Tendenzen und islamistische Radikalisierungsprozesse rechtzeitig zu erkennen.
  • Zusätzlich soll die Handlungskompetenz der Zielgruppen durch umfangreiche Wissensvermittlung erhöht werden, damit sie in die Lage versetzt werden, Angehörige oder Erziehungsberechtigte extremistischer Personen aus dem islamistischen Spektrum qualifiziert zu beraten und Handlungsalternativen aufzuzeigen.

Angebote des LfV

  • Ansprechpartner bei Fragen zu Extremismus und Radikalisierung in Bayern
  • Zielgruppenorientierte Fachvorträge, Fortbildungen, Schulungen und Beratungen von Multiplikatoren zu den Themen Islamismus, Salafismus, islamistischer Terrorismus und Radikalisierung
  • Qualifizierung von bestimmten Berufsgruppen (z. B. Lehrer, Mitarbeiter in Flüchtlingseinrichtungen, Mitarbeiter von Polizei und Justiz), um Radikalisierungsprozesse zu erkennen und Handlungskompetenzen zu erhöhen
  • Vertrauliche Hinweisbearbeitung islamistischer Terrorismus, Verdachtsfälle und islamistische Radikalisierung

Hotline: (089) 3120 14 80
E-Mail schreiben


Kompetenzzentrum für Deradikalisierung im Bayerischen Landeskriminalamt

Als Teil der bayerischen Gesamtstrategie zur Bekämpfung des Islamismus bzw. Salafismus wurde im Bayerischen Landeskriminalamt am 1. September 2015 das „Kompetenzzentrum für Deradikalisierung“ geschaffen.

Logo: Kompetenzzentrum für Deradikalisierung im Bayerischen Landeskriminalamt.

Das Angebot umfasst u. a.:

  • Hilfe bei Fragen zur Deradikalisierung in Bayern, zusammen mit dem Vertragspartner Violence Prevention Network e.V.
  • Beratung zum weiteren Vorgehen in konkreten Fällen von Radikalisierung
  • Klärung der Sicherheitsrelevanz von Radikalisierungsfällen unter Einbindung weiterer Behörden
  • Initiierung und Koordination von Interventions- bzw. Deradikalisierungsmaßnahmen in sicherheitsrelevanten Fällen
  • Enge Zusammenarbeit mit dem Partner Violence Prevention Network
  • Vermittlung von Beratung/Betreuung für radikalisierungsgefährdete/radikalisierte Personen sowie deren Angehörige durch Violence Prevention Network
  • Unterstützung im Bereich Aus- und Fortbildung im Themenfeld Deradikalisierung. Bei Bedarf: Vermittlung konkreter Ansprechpartner weiterer Stellen
  • Förderung von Dialog und Zusammenarbeit mit den muslimischen Gemeinden in Bayern im Zusammenhang mit Fragen der Radikalisierung/Deradikalisierung

Weiterführende Informationen zum Kompetenzzentrum für Deradikalisierung finden Sie hier.

Kontakt

Hotline: (089) 1212 19 99
E-Mail schreiben


Violence Prevention Network: Beratungsstelle Bayern

Seit dem 15. März 2016 arbeitet das Kompetenzzentrum für Deradikalisierung mit dem zivilgesellschaftlichen Träger Violence Prevention Network e.V. (VPN) zusammen.

Logo: Violence Prevention Network.
Die Beratungsstelle Bayern von Violence Prevention Network e. V. bietet:
  • Unterstützung von Angehörigen: Beratung in der Auseinandersetzung mit religiös begründetem Extremismus zur Stärkung der Kommunikations- und Konfliktfähigkeit
  • Hilfe für junge Menschen: Beratung, Begleitung und spezifisches Training für radikalisierungsgefährdete junge Menschen im Vorfeld von Straffälligkeit
  • Training gegen Gewalt: das Anti-Gewalt- und Kompetenztraining AKT® im (Jugendstraf-)Vollzug für radikalisierungsgefährdete Personen bzw. Radikalisierte im frühen Stadium
  • Ausstiegsbegleitung: Beratungs- und Dialogmaßnahmen mit Radikalisierten, Ausreisewilligen, Rückkehrerinnen und Rückkehrern, z. B. aus Syrien

Nähere Informationen zu Violence Prevention Network e.V. finden Sie hier.

Kontakt

Hotline: (089) 4161 17 711
E-Mail schreiben


ufuq.de: Fachstelle zur Prävention von religiös begründeter Radikalisierung in Bayern

Die bayernweit arbeitende Fachstelle des Berliner Trägers ufuq.de hat ihren Sitz in Augsburg.
Sie unterstützt, informiert und berät

  • Einrichtungen der Bildungs- und Jugendarbeit
  • Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe
  • kommunale Verwaltungen
  • zivilgesellschaftliche Akteure im Umgang mit demokratie- und freiheitsfeindlichen Einstellungen Jugendlicher und junger Erwachsener sowie bei der Prävention religiös begründeter Radikalisierung
Logo: ufuq.de.

Der Arbeitsschwerpunkt von ufuq.de liegt auf der Fortbildung und Beratung von pädagogischen Fachkräften und anderen Verantwortlichen, die mit Jugendlichen arbeiten. Auch bietet ufuq.de Materialien und Formate sowie Informationen und Hinweise für die pädagogische Praxis. In Vorbereitung ist zudem ein Angebot, das sich direkt an Jugendliche in Schulklassen oder Jugendgruppen wendet.
Die Unterstützung durch ufuq.de schließt in der Regel die unmittelbare Arbeit mit einzelnen Jugendlichen, die bereits ideologisiert sind und/oder Radikalisierungstendenzen zeigen, aus. Demgegenüber setzt die Arbeit von ufuq.de weit im Vorfeld von Ideologisierungen an, kann aber im Einzelfall auch Beratung und Unterstützung in der Arbeit mit einem betroffenen Umfeld leisten (z. B. betroffene Jugendgruppe oder Schulklasse).

Angebotspalette:

ufuq.de Bayern ist Ansprechpartner für den Bereich der allgemeinen Prävention und bietet pädagogischen Fachkräften folgende Unterstützung an:

  • Fortbildungen / Vorträge / Workshops für Verantwortliche im Themenfeld Islam, Islamfeindlichkeit und Islamismus-Prävention
  • Telefonische Beratung von Verantwortlichen sowie schulischen und sozialen Einrichtungen
  • Handreichungen, Module und Materialien für die pädagogische Praxis im Themenfeld
  • Peer-to-Peer-Angebote für die Arbeit mit Jugendgruppen in Schule und Jugendarbeit
  • Beratung und Unterstützung regional koordinierter Netzwerke
  • Unterstützung beim Aufbau von Beratungs-, Unterstützungs- und Multiplikatorennetzwerken für einzelne Berufsgruppen (JaS, AJS, Schulberatung etc.)

Nähere Informationen zur Fachstelle von ufuq.de in Bayern finden Sie hier.

Kontakt: Montag – Freitag 9:00 Uhr bis 13:30 Uhr

Fachstelle zur Prävention von religiös begründeter Radikalisierung in Bayern
ufuq.de
Schaezlerstr. 32
86152 Augsburg
(0821) 6507 85 60
Montag – Freitag 9:00 Uhr bis 13:30 Uhr
E-Mail schreiben


Beratungsstelle „Radikalisierung“: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)

Das Team der Beratungsstelle „Radikalisierung“ ist Ihr überregionaler Ansprechpartner, wenn Sie den Eindruck haben, Ihr Kind, Ihr Freund, Ihre Schülerin wendet sich einer radikalen islamistischen Gruppe zu. Egal welche Fragen Sie haben, rufen Sie uns an.

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle „Radikalisierung“ beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sind bundesweit erste Anlaufstelle und bieten konkrete Hilfe:

Logo: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.
  • Sie geben Antworten auf häufige Fragen und klären im Rahmen eines ersten Überblicks über die Problematik auf.
  • Sie finden für Sie Hilfsangebote in Ihrer Nähe.
  • Sie vermitteln im Einzelfall persönliche Beratung und Betreuung durch eine geeignete Stelle.
  • Sie stellen den direkten Kontakt zu Spezialisten in allen Bereichen her.
  • Sie vermitteln den Kontakt zu anderen Betroffenen in ähnlichen Situation und/oder Selbsthilfe-Initiativen

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hören zu, beantworten Ihre Fragen und entscheiden mit Ihnen gemeinsam über die nächsten Schritte.
Auf Wunsch vermittelt die Beratungsstelle „Radikalisierung“ des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge einen Ansprechpartner vor Ort, der Sie individuell berät und mit praktischen Tipps zum Umgang mit Ihrem Kind, Ihrer Freundin oder Ihrem Schüler begleitet.
Bei Radikalisierungsfällen in Bayern kooperiert das BAMF mit der Beratungsstelle des Vereins Violence Prevention Network e.V. und mit dem Kompetenzzentrum für Deradikalisierung im Bayerischen Landeskriminalalmt.

Nähere Informationen zur Beratungsstelle „Radikalisierung“ finden Sie hier.

Kontakt

Beratungsstelle „Radikalisierung“ beim BAMF
(0911)  9434 343
Montag bis Freitag von 9:00 bis 15:00 Uhr
E-Mail schreiben

Weitere Infos finden Sie auch in der Broschüre des BAMF.


Glossar

Vorfeldaufklärung

Verfassungsschutz und Polizei arbeiten beim Schutz von Staat und Verfassung eng zusammen, sind organisatorisch aber voneinander getrennt, Verfassungsschutzbehörden dürfen keiner polizeilichen Dienststelle angegliedert werden (organisationsrechtliches Trennungsgebot). Der Verfassungsschutz ist ausschließlich für die Vorfeldaufklärung zuständig und hat keine Zwangsbefugnisse und kein Weisungsrecht gegenüber der Polizei (befugnisrechtliches Trennungsgebot). Aufgabe der Polizei ist die Abwehr von Gefahren sowie die Aufklärung von Straftaten. Sie verfügt über Eingriffsrechte und Zwangsbefugnisse (z. B. Festnahmen, Durchsuchungen, Beschlagnahmen usw.) und muss eingreifen, sobald sie Hinweise auf Straftaten erhält.

Ausreisesachverhalte

Fälle von islamistisch motivierten Ausreisen (oder Ausreiseplanungen) in Richtung Syrien oder Irak, um dort aufseiten jihadistischer Gruppierungen an Kampfhandlungen teilzunehmen oder sich für deren Ziele in sonstiger Weise einzusetzen.

Prosoziales Verhalten

Als Strategie der Prävention lehrt prosoziales Verhalten u. a. Mädchen und Jungen, sich gegenseitig mit Achtung und Respekt zu begegnen und einander in ihrem Selbstwertgefühl zu stärken.