Antworten auf Salafismus

Ausschnitt einer Mauer, auf der das Wort „Demokratie“ geschrieben steht.

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Demokratie stärken: Wie geht das?

Salafismusprävention hängt eng mit der Stärkung unserer Demokratie zusammen. Junge Menschen sind ein wichtiger Teil der Gesellschaft und unseres demokratischen Miteinanders. In Schulen und Jugendeinrichtungen sollen junge Menschen für problematische Entwicklungen und fragwürdige Angebote sensibilisiert werden und lernen, zu einfache Vorstellungen und Weltbilder kritisch zu hinterfragen. Wir stellen einige Projekte vor.


Demokratie: das Ergebnis harter Arbeit

Für Kinder und Jugendliche ist es heute selbstverständlich, in einem demokratischen Land aufzuwachsen. Dabei ist nicht jedem bewusst, dass es ein langer Weg bis zu diesem friedlichen Miteinander war: In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte unsere Gesellschaft demokratische Grundregeln, die den Bürgern mit viel Mühe vermittelt wurden. Demokratie heißt übersetzt „Volksherrschaft“ und bedeutet, dass alle Bürger aufgefordert sind, Staat und Gesellschaft mitzugestalten. Zu den wesentlichen Merkmalen der Demokratie gehören:

  • Menschenwürde
  • Grundrechte und Rechtsstaatlichkeit
  • Toleranz und Freiheit
  • Freie Wahlen und freie Meinungsäußerung
  • Soziale Absicherung

Diese Merkmale sind wichtige Errungenschaften, das Ergebnis jahrelanger Arbeit und jahrhundertelanger Entwicklung. Diese hart erkämpften Werte und Regeln müssen geschützt und jungen Menschen vermittelt werden.
Bei der Vermittlung demokratischer Werte werden diese Aspekte angesprochen, bewusst gemacht und erörtert. Das fördert die Bereitschaft, in der Gesellschaft mitzuwirken und hilft Jugendlichen, sich von Ideologien und Extremismus abzugrenzen. Gerade bei der Salafismus-Prävention kommt es auch darauf an, über Religion zu sprechen, sodass deutlich wird: Ein überzeugter Demokrat kann durchaus religiös sein und gleichzeitig die Gesetze des demokratischen Staates achten und anerkennen.


Toleranz und Respekt

Toleranz heißt nicht, dass alle Menschen das Gleiche denken oder dieselbe Meinung haben sollen – sie ist aber auch nicht mit Gleichgültigkeit gleichzusetzen. Toleranz bedeutet, dass Ansichten von anderen – auch wenn man sie nicht teilt – geduldet und geachtet werden sollen. Der Humanist Lew Kopelew hat es so ausgedrückt: „Toleranz verlangt nicht danach, Unstimmigkeiten und Widersprüche zu verschleiern. Im Gegenteil, sie fordert, die Unmöglichkeit eines umfassenden einheitlichen Denkens anzuerkennen und darum fremde und gegensätzliche Ansichten ohne Hass und Feindschaft zur Kenntnis zu nehmen.“ Das bedeutet auch: Das tolerante Miteinander respektiert die Regeln des freiheitlichen Rechtsstaates und die Grundrechte der anderen.

Demokratie tritt Extremismus entgegen

Extremismus ist eine radikale Haltung, die keine andere Meinung zulässt.
Demokratie ist das Gegenteil: eine offene Gesellschaft, in der jeder mitreden darf. Demokratie und Meinungsfreiheit gehören untrennbar zusammen.

Wenn Demokratie gelingt, ist sie erfolgreich gegen Extremismus. Deshalb müssen wir Kindern und Jugendlichen demokratische Werte und Normen vermitteln.

Im Grundgesetz steht: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Damit ist unter anderem gemeint, dass jeder Mensch mit Respekt behandelt und geachtet werden muss. Gegenseitiger Respekt und Toleranz sind für unser demokratisches Miteinander entscheidend. Es ist wichtig, Kindern und Jugendlichen Anerkennung zu schenken und ihnen zu zeigen, dass sie Teil der Gemeinschaft sind und ihre Meinung frei äußern dürfen. So wird am besten verhindert, dass extremistisches Gedankengut entsteht. Die Schulen und viele Jugendverbände in Bayern setzen auf eine umfassende politische Bildung – denn diese fördert die Bereitschaft, soziale und politische Verantwortung zu übernehmen.


Demokratie stärken: Projekte

  • Am Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ nehmen bayernweit über 370 Schulen teil. Kinder und Jugendliche setzen sich im Rahmen der Initiative entschlossen gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt ein.
  • Mehrere bayerische Fußballprojekte fördern auf der Basis der gesellschaftspolitischen Rolle des Fußballs seit Jahren eine positive und konstruktive Fankultur. Besonders die jüngeren Fans werden dabei durch vielfältige und kreative Aktivitäten für Rassismus, Diskriminierung und Radikalisierung sensibilisiert und darin unterstützt, derartigen Entwicklungen entschieden entgegenzutreten.
    Beispielhaft seien hier genannt: Fußball mit Flüchtlingen: Deutscher Fußball-Bund (DFB) und das Programm „Integration durch Sport“.
  • Viele Jugendverbände, Bezirksjugendringe sowie die 96 Stadt- und Kreisjugendringe fördern die demokratische Grundhaltung ihrer Mitglieder intensiv. Dieses Engagement wird durch staatlich geförderte Jugendbildungsmaßnahmen, Ausbildungseinheiten für ehrenamtliche Jugendleiter sowie Projekte und weitere Aktivitäten ergänzt und unterstützt.
  • Demokratie, Teamgeist, Verantwortung – welche Werte zählen? Junge Menschen über Wertefragen zum Nachdenken anregen, mit ihnen diskutieren und sie zum Handeln ermuntern – das will das „Wertebündnis Bayern. Gemeinsam stark für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene“.
  • Auch im Rahmen der Bundesprogramme „Demokratie leben!“ und „Zusam-menhalt durch Teilhabe“ werden vor Ort viele Projekte zur Prävention von Extremismus und zur Förderung von Demokratie und Vielfalt unterstützt. Lernen Sie einige davon im Video der Bundesregierung kennen. Bei Fragen zu Förderbedingungen und -möglichkeiten für (künftige) Projekte in Bayern steht Ihnen gerne das Bayerische Sozialministerium als Ansprechpartner zur Verfügung.