Antworten auf Salafismus

Zwei Männer bei einer Performance in einer Turnhalle.

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Projekte in Bayern

Das Bayerische Sozialministerium fördert Projekte, den Aufbau von kommunalen Netzwerken sowie Aktionen zur Aufklärung und Demokratieförderung. Dies geschieht durch Landesmittel sowie Bundesmittel aus dem Programm „Demokratie leben!“.


Aktiv gegen Vorurteile

Das Projekt „Aktiv gegen Vorurteile“ hat das Ziel, Vorurteile abzubauen und Toleranz zu fördern. In gemeinsamen Medienprojekten geben Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund innovative und kreative Antworten auf menschenfeindliche Einstellungen wie Islamfeindlichkeit, Antisemitismus oder die Abwertung von Asylbewerbern. Dazu greifen sie Vorurteile von und über Jugendliche unterschiedlicher Herkunft auf und entwickeln Ideen für ein gelingendes Zusammenleben.
In jeweils dreitägigen Medienprojekten entstehen so über den Zeitraum eines Jahres etwa 12 Videoclips, die sich gegen Gleichgültigkeit und Gedankenlosigkeit wenden. Sie wollen aufrütteln und dazu aufrufen, Vorurteile kritisch zu hinterfragen und zu korrigieren. Von Jugendradioredaktionen in ganz Bayern werden außerdem über 30 Radiobeiträge zum Thema produziert und ausgestrahlt.

Diese Institutionen haben sich für das Projekt zusammengeschlossen:
  • das JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis
  • der Bayerische Jugendring (BJR)
  • das Medienzentrum Parabol e. V.
  • das Bayerische Bündnis für Toleranz
  • der Förderverein Pädagogische Initiativen in der Metropolregion e. V. (FPI)
  • weitere Partner aus dem Wertebündnis Bayern und dem Bayerischen Bündnis für Toleranz
Finanziert wird das Projekt
  • vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Integration und
  • von der Stiftung Wertebündnis Bayern und dem Bündnis für Toleranz.

Hintergrundinformationen, Video- und Audio-Spots sowie pädagogisches Begleitmaterial finden Sie unter www.aktiv-gegen-vorurteile.de.

„Aktiv gegen Vorurteile“.

Kontakt

JFF – Institut für Medienpädagogik
Elke Michaelis
Telefon: (089) 1266 53 20
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Dialog FÜR Demokratie

Das Projekt „Dialog FÜR Demokratie“ stärkt Jugendliche in ihrem Demokratieverständnis. Es wirkt verbandsübergreifend und interkonfessionell zwischen christlichen und muslimischen Jugendverbänden – unter dem Dach des Bayerischen Jugendrings und mit Unterstützung der Eugen-Biser-Stiftung.

Gemeinsam wollen die Projektpartnerinnen und -partner von bestehenden, jugendgerechten Formen des Dialogs auf lokaler Ebene lernen und neue Formate entwickeln, die den Dialog der Religionen und Kulturen im Einsatz für die Demokratie nach vorne bringen sollen. Aktive in der Jugendarbeit sollen die Möglichkeit bekommen, an den im Rahmen des Projekts „Dialog FÜR Demokratie“ entwickelten Fortbildungen teilzunehmen.

… FÜR ein fröhliches und offenes Miteinander
… FÜR Mut zur Diskussion und respektvolle Auseinandersetzung
… FÜR ein demokratisches Selbstverständnis, in dem Platz für alle Religionen ist

Keyvisual Bayerischer Jugendring

Kontakt

Bayerischer Jugendring
Cem Kara
Telefon: (089) 5145 895
E-Mail schreiben
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Krass! Hauptsache radikal

Im Mittelpunkt des Impuls-Theaterstücks „Krass! Hauptsache radikal“ stehen die „Lust“ am Krass-sein in jugendlichen Szenen: von Hooligans über Jihad-Girls, IS-Krieger und Gangstas bis hin zu Neonazis. Ihre Styles, ihre Ästhetik, ihre Sounds und ihre Sprache verweisen auf neue Formen einer jugendlichen Protestkultur. Diese macht in ihrer Radikalität und ihrer extremen Gewaltbereitschaft oft ratlos und verlangt nach Antworten.
Vor diesem Hintergrund und auf der Basis von O-Tönen, Recherchematerial, Interviews und biografisch-dokumentarischen Fragmenten entstand ein Theaterstück. Es wird mobil in Schulen aufgeführt und thematisch vor- und auch nachbereitet. Die Nachbereitung besteht aus einem 90-minütigen Workshop, der von Theaterpädagoginnen und Theaterpädagogen sowie Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen jeweils pro Klasse abgehalten wird.

Das Junge Theater Augsburg hat zusammengearbeitet mit:

Gemeinsam wurde ein besonderes Gesamtpaket entwickelt – ohne dies ist das Stück nicht buchbar: Im Vorfeld müssen die Lehrkräfte an einer Fortbildungsveranstaltung teilnehmen.

Informationen und Termine unter www.jt-augsburg.de sowie (0821) 5091 60.

Plakat des Theaterstücks „KRASS! Hauptsache radikal“.
Das Junge Theater Augsburg hat mit „KRASS! Hauptsache radikal“ ein Impuls-Theaterstück entwickelt, das als mobile Produktion für Schulen angeboten wird.

Kontakt

Junges Theater Augsburg mit Theaterpädagogischem Zentrum
Sommestraße 30
86156 Augsburg
Telefon: (0821) 4442 995, Fax: (0821) 3246 357
E-Mail schreiben


MotherSchools

Extremistische Bestrebungen stellen zwar in erster Linie die freiheitlich-demokratische Grundordnung als Grundlage unseres Zusammenlebens in Frage, sie können aber auch Familien zerrütten und vor große Herausforderungen stellen. Mütter spielen daher bei der Prävention von Radikalisierung eine wichtige Rolle. Sie sind diejenigen, die Veränderungen bei ihrem Nachwuchs in der Regel als erste erkennen und dieser entgegentreten können. Das enge Band zwischen Müttern und ihren Kindern stellt eine Ressource dar und diese ist in der Salafismusprävention von großer Bedeutung: Mütter sind der Anker, wenn es um die Gefährdung von jungen Menschen durch „salafistische Sozialarbeit“ geht. Sofern Mütter das richtige Handwerkszeug erlernt haben, besteht für sie die Möglichkeit, ihr Kind aus den Fängen von Salafisten und Gefährdern zu befreien.

Daher finanziert das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration in Kooperation mit Frauen ohne Grenzen Wien seit 2017 das Präventionsprojekt MotherSchools für Mütter mit und ohne Migrationshintergrund von Jugendlichen ab 12 Jahren und jungen Erwachsenen in einer Pilotphase an vier unterfränkischen Standorten. Ziel ist die Stärkung der Handlungskompetenz der Frauen für eine Friedenserziehung in den Familien. Damit soll gesellschaftspolitisch Sensibilität geschaffen werden und Frauen gestärkt werden, denn es sind die Mütter, die sich ihres Verhaltens bewusst werden und dieses verändern müssen: Sie erziehen die nächste Generation des Patriarchats, sie können den tradierten Rollenvorstellungen entgegenwirken, wenn sie sich ihrer eigenen Rolle und ihrer Möglichkeiten, diese zu verändern, bewusst werden können. Müttern den kulturellen Kontext der Mutterschaft zu verdeutlichen, ihnen zu Autonomie, Kompetenz und sozialer Eingebundenheit zu verhelfen und damit die Motivation zu stärken, patriarchale Strukturen zu reflektieren, ermöglicht ihnen, in Eigenverantwortung und mit neuer Kompetenz nachhaltige Veränderungsprozesse in den Familien anzustoßen. Alle am Projekt beteiligten Frauen lernen, das Stigma und das Schweigen rund um das Thema Extremismus zu durchbrechen und erarbeiten sich ein tiefes Verständnis von Erziehungsdynamik und Radikalisierungsprozessen, erwerben Handlungskompetenz und erfahren Selbstwirksamkeit. In zehn Unterrichtseinheiten treffen sich die Mütter in Gruppen von bis zu 15 Frauen und werden von hierfür extra ausgebildeten Trainerinnen geschult. Mehr dazu gibt es auf dem YouTube-Kanal von Frauen ohne Grenzen.

Das Projekt basiert auf dem weltweit erfolgreichen Konzept der sog. MotherSchools von Frauen ohne Grenzen, einer unabhängigen Nichtregierungsorganisation aus Wien, mit der das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration eng kooperiert.

Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration plant nach Abschluss der Pilotphase in Unterfranken in 2018 die nachhaltige Etablierung der MotherSchools in Unterfranken sowie den Ausbau der MotherSchools auch in anderen Regionen.


MUSA – Muslimische Seelsorge Augsburg

Das Projekt „MUSA – Muslimische Seelsorge Augsburg“ möchte Muslimen in schwierigen Lebenssituationen den Rückhalt geben, der durch den Wandel traditioneller Strukturen häufig verloren geht – unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft. Qualifizierte und flächendeckende Angebote sollen außerdem salafistischer Propaganda und Agitation vorbeugen.
MUSA entstand aus dem offensichtlichen Bedarf an seelsorgerischer Grundversorgung der Muslime in den Augsburger Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Seit 2011 arbeiten Sunniten, Schiiten und Aleviten an den Augsburger Kliniken und Pflegeeinrichtungen im Sinne der gemeinsamen Aufgabe zusammen. MUSA wird nun landesweit ausgebaut und auch inhaltlich erweitert – etwa auf Träger der Notfallseelsorge, der Hospize und die Justizvollzugsanstalten sowie den Bereich der Flüchtlingsarbeit.
Anfang 2017 besteht das MUSA-Team aus etwa 45 Augsburger Muslimen und Musliminnen unterschiedlicher Herkunft und Sprache, die jeweils in 148 Schulungsstunden für ihren Einsatz qualifiziert wurden. Sie begleiten Betroffene im Sinne der islamischen Geschwisterlichkeit durch psychosoziale Beratung und auf Wunsch durch religiöse oder spirituelle Hilfestellung. MUSA bietet dies für Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige in der Muttersprache an und ist zudem Ansprechpartner der Einrichtungen in religions- bzw. kultursensiblen Fragen. Das Projekt wird im Auftrag der Stadt Augsburg durch das Institut für transkulturelle Verständigung „itv“ durchgeführt. Die bereits geleistete Arbeit wurde geehrt – u. a. mit der Verleihung des Integrationspreises der Regierung von Schwaben im Jahr 2015.

Das Bayerische Sozialministerium hat für den landesweiten Ausbau des muslimischen Seelsorgenetzwerks von MUSA zusätzliche Mittel bereitgestellt. Zur Pressemitteilung (PDF)

„MUSA. Muslimische Seelsorge Augsburg

Kontakt

itv – Institut für transkulturelle Verständigung
Nurdan Kaya
Annastraße 36a
86150 Augsburg
Telefon: (0821) 8846 455
Zur Website


Fördermöglichkeiten

„Wir planen ein Projekt – wo bekommen wir Geld her?“

  • Ob ein Verein, eine Initiative oder ein Zusammenschluss – Sie haben eine interessante Idee und wollen mit Ihrer Organisation auf die Thematik Salafismus aufmerksam machen?
  • Sie planen z. B. ein interkulturelles Theater, einen Jugendtreff oder ein anderes Projekt, aber es fehlen noch weitere Mittel, um die Idee umzusetzen?
  • Nicht sicher, ob Ihr Vorhaben hier passt?

Sie können sich vor Projektbeginn bei uns melden:

Sie können sich vor Projektbeginn bei uns melden:

Gerne besprechen wir mit Ihnen die Förderbedingungen und -möglichkeiten und helfen bei Antragstellung und Verfahren im Rahmen unserer Möglichkeiten.
Wir stehen Ihnen auch als Ansprechpartner bei Fragen zu den Bundesprogrammen „Demokratie leben!“ und „Zusammenhalt durch Teilhabe“ zur Verfügung.