Antworten auf Salafismus

Gruppe von Männern und Frauen, teilweise islamisch gekleidet, die etwas fotografieren.

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Wie sind Salafisten organisiert?

Der Salafismus gilt in Deutschland und weltweit als die antriebsstärkste islamistische Bewegung. Seit Jahren wächst in Deutschland die Anhängerschaft, wenn auch mittlerweile nur noch sehr moderat.


Situation in Deutschland

Die salafistische Szene in Deutschland ist meist nur lose organisiert und weist eine hohe Dynamik auf. Feste, formale Strukturen sind kaum vorhanden. Eine Ausnahme hiervon bilden örtliche salafistische Vereine; sie sind oft gleichzeitig Träger salafistisch geprägter Moscheen. Daneben werden zunehmend lose Netzwerke oder Einzelpersonen aktiv. Prominente salafistische Prediger treten auf Benefizveranstaltungen und bei Islamseminaren und Islamvorträgen auf.

Balkendiagramm mit Jahreszahlen.
Von 2013 bis 2018 stieg die Zahl der Salafisten in Deutschland von 5.500 auf 11.300.

Für deutschsprachige Muslime gibt es mittlerweile ein breites salafistisches Bildungsangebot:

  • eine große Auswahl von Broschüren und Büchern
  • Internetangebote
  • Vorträge von Predigern und prominenten „Online-Imamen“
  • Schulungen vor Ort und/oder im Internet

Gerade Führungspersönlichkeiten mit starker Ausstrahlung verbreiten die salafistische Ideologie und ziehen verstärkt v. a. junge Menschen an.

„Schon gewusst?“

Die salafistische Szene engagiert sich auch in der Gefangenenhilfe für inhaftierte „Glaubensgeschwister“. Ein Beispiel hierfür ist die Facebook-Seite „Al Asraa – Die Gefangenen“. Immer wieder wird hier auf die Situation von salafistischen Inhaftierten aufmerksam gemacht, denen geholfen werden soll. Neben einer vermeintlich moralischen Unterstützung der Strafgefangenen wird auch zur Sammlung von Spenden für deren Unterstützung aufgerufen. Der westliche Rechtsstaat wird zum einen als ungerechtes System dargestellt, zum anderen sollen durch solche Aktionen „Glaubensgeschwister“ weiterhin an die salafistische Ideologie gebunden werden. Dies verhindert Resozialisierungsprozesse.


Situation in Bayern

Auch in vielen bayerischen Städten kann man Aktivitäten von Salafisten beobachten. In der Regel organisieren sich die Anhänger in Netzwerken. Über mehrere Jahre betrieben sie auch in Bayern regelmäßig Infostände, bei denen überwiegend salafistische Publikationen verteilt wurden. Dieses Phänomen ist seit dem Verbot des Vereins „Die Wahre Religion“ und dessen „LIES!“-Kampagne im November 2016 jedoch stark rückläufig.

Moscheen, die von salafistischen Vereinen unterhalten werden, werden als Plattformen für salafistische Vortragsveranstaltungen und salafistischen Islamunterricht genutzt. Hier treten – teilweise regelmäßig – Prediger auf, die salafistisches Gedankengut verbreiten.

Salafisten und salafistische Gruppierungen vernetzen sich zunehmend im Internet. Soziale Netzwerke spielen hierbei eine entscheidende Rolle.

Salafistische Netzwerke bilden sich auch abseits von Moscheen und Vereinen. Innerhalb dieser Netzwerke herrscht ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Dieser Zusammenhalt fördert die Radikalisierung – bis hin zur Bereitschaft, in den gewaltsamen Jihad zu ziehen.

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