Antworten auf Salafismus

Gruppenbild: Salafistische Anhänger protestieren mit erhobenem Zeigefinger.

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Wie gehen wir mit Syrien-Rückkehrern um?

Einige der sogenannten Rückkehrer aus Jihad-Gebieten wurden durch die tatsächliche Situation vor Ort enttäuscht. Dadurch fingen sie an, an ihrem extremistischen Weltbild zu zweifeln. Deshalb wird auch bei den Rückkehrern die Möglichkeit einer Deradikalisierung geprüft.

Immer mehr westliche Kämpfer, die zuvor begeistert vom Jihad und der Miliz Islamischer Staat waren, kehren desillusioniert in ihre Heimatländer zurück. Auch bei diesen Personen ist grundsätzlich eine Deradikalisierung möglich. Es besteht die Chance, dass der Enttäuschte seine extremistische Einstellung hinterfragt. Mehr zu diesem Thema zeigt die Geschichte von Mehmet auf jetzt.de.
Aber auch wenn ein Enttäuschter offen für Deradikalisierungsmaßnahmen ist, gilt: Hat ein Rückkehrer aus Syrien oder dem Irak eine Straftat begangen, muss er die volle Verantwortung übernehmen und seine Strafe absitzen.
Bei inhaftierten Extremisten können Maßnahmen der Deradikalisierung parallel zu einem Aufenthalt in einer Justizvollzugsanstalt durchgeführt werden. Viele von ihnen sind traumatisiert und zweifeln an sich selbst, daher ist es wichtig, mit ihnen im Gespräch zu bleiben. Der Verein „Violence Prevention Network“ (VPN) unterstützt radikalisierte bzw. gefährdete Insassen:

  • mit dem Anti-Gewalt- und Kompetenztraining AKT® darin,
    • ihr Gewaltverhalten zu verstehen und zu verändern
    • das Grundrecht auf Menschenwürde und Unversehrtheit eines jeden Menschen zu akzeptieren
    • Konflikte gewaltfrei zu lösen
    • Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen
    • sich von Extremismus und menschenverachtenden Ideologien zu distanzieren
    • die eigene Zukunft eigenverantwortlich zu gestalten
       
  • durch die Ausstiegsbegleitung: Beratungs- und Dialogmaßnahmen für Radikalisierte, Ausreisewillige, Rückkehrerinnen und Rückkehrer (z. B. aus Syrien).