Antworten auf Salafismus

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Eure Fragen (FaQ)

Ihr habt Fragen zum Thema Salafismus?
Wir haben die Antworten!


Salafismus: was ist das eigentlich?

In Deutschland und weltweit ist der Salafismus die aktivste und dynamischste islamistische Bewegung. Salafisten orientieren sich streng an der islamischen Frühzeit vor 1.400 Jahren. Sie wollen in Deutschland frühislamische Herrschafts- und Gesellschaftsformen einführen. Von Salafisten geht eine besondere Gefährdung für die Sicherheit Deutschlands aus. Fast alle bisher in Deutschland identifizierten terroristischen Netzwerkstrukturen und Einzelpersonen waren salafistisch geprägt bzw. haben sich in salafistischen Milieus entwickelt.

Durch Darstellungen in den Medien kommt es immer wieder zu verzerrten Wahrnehmungen muslimischer Lebenswelten in Deutschland und der gelebten religiösen Vielfalt innerhalb des Islams. Ihr wollt mehr über die in Deutschland geführten Islamdiskursen wissen? Hier geht es zu den Webvideos „Begriffswelten Islam“.


Sind Salafisten gefährlich?

Anhänger des Jihad-Salafismus, sogenannte jihadistische Salafisten, befürworten eine sofortige Gewaltanwendung. Auch wenn sogenannte politische Salafisten dagegen keine direkte Gewalt zur Verwirklichung ihrer Ziele einsetzen, so stützen sich doch alle Salafisten auf dieselben ideologischen Autoritäten und Vordenker und verfolgen die gleichen Ziele.
Gerade der politische Salafismus verstärkt durch seine radikalisierende Wirkung immer wieder Hass und Gewalt. So waren z. B. fast alle bisher identifizierten terroristischen Netzwerkstrukturen und Einzelpersonen in Deutschland salafistisch geprägt oder haben sich in einem salafistischen Umfeld entwickelt.


Meine beste Freundin chattet mit einem IS-Kämpfer. Was soll ich tun?

Nicht nur manche Jungs fühlen sich vom Salafismus angezogen, sondern auch Mädchen. In den IS-Kämpfern sehen sie oft coole Helden. Mit der romantischen Idee einer erfüllenden Ehe mit aufrechten muslimischen Ehemännern und heldenhaften Märtyrern versucht der IS, auch Mädchen und junge Frauen zu erreichen. Die Kommunikation in sozialen Netzwerken spielt bei der Beeinflussung junger Frauen und Mädchen eine entscheidende Rolle. Über soziale Netzwerke werden idealisierte Berichte über den Alltag in den Jihad-Gebieten verbreitet. So soll Mädchen und jungen Frauen das Leben im „Islamischen Staat“ schmackhaft gemacht werden. Wie widersprüchlich Wunschvorstellung und Realität in den Jihad-Gebieten sind, wird oft erst vor Ort erkannt.
Hier findest du Hilfe und Beratung, wenn eine Freundin oder ein Freund Kontakt zu Salafisten aufnimmt.


Woran erkenne ich salafistische Websites?

Salafistische Websites sind für einen Laien auf den ersten Blick nicht als solche erkennbar. Die Betreiber dieser Online-Angebote nutzen allgemeine islamische Themen und Symbolik (Moscheen- und Naturbilder etc.). Der Einstieg in das Thema Salafismus erfolgt also oft über den Türöffner „Islam". Eine Google-Suche mit dem Stichwort „Islam“ kann im Ergebnis zu salafistischen Internetseiten an prominenter Stelle führen.
Wenn man für typische salafistische Themen sensibilisiert ist und diese Internetauftritte kritisch hinterfragt, ist eine Zuordnung zum Salafismus möglich – und zwar aufgrund der Inhalte, Links zu anderen Websites oder Webpräsenzen von prominenten salafistischen Predigern, Gelehrten und Akteuren.
Außerdem können Links zu Naschids oder salafistischen (zum Teil auch verbotenen!) Organisationen auf salafistische Websites hinweisen.


Warum schließen sich so viele junge Menschen dem Islamischen Staat (IS) an?

Der Salafismus bietet Jugendlichen eine scheinbar klare Orientierung. Manchmal kommt es Jugendlichen so vor, dass unsere moderne Welt teilweise komplex und unübersichtlich ist. Im Salafismus gibt es nur Schwarz oder Weiß. Der junge Mensch muss aufgrund der vielen Verbote und Gebote keine eigenen Entscheidungen treffen. Eine salafistische Lebensführung grenzt sich auch klar von der Gesellschaft ab und erzeugt bei dieser Aufmerksamkeit und Angst. Das kann für Jugendliche attraktiv sein, die gegen den Mainstream rebellieren und sich gegen die Welt ihrer Elterngeneration stellen wollen.
Junge Menschen sind die Hauptzielgruppe islamistischer Internetpropaganda und Rekrutierungsaktivitäten. Auch die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) orientiert sich mit ihrer jihadistischen Propaganda verstärkt an Kindern und Jugendlichen. In einer Form, die für Jugendliche attraktiv ist, wird der angebliche „Glaubenskrieg“ der Islamisten als aufregendes Abenteuer angepriesen, das Männlichkeit, Mut und Hingabe zum Ausdruck bringt.


Warum interessieren sich Salafisten für Flüchtlinge?

Islamisten wollen durch soziale Unterstützung eine Vertrauensbasis schaffen. Dabei geht es ihnen aber nur vordergründig darum, den Flüchtlingen zu helfen. Das geschaffene Vertrauen können sie dann dazu missbrauchen, um ihre extremistische, integrationsfeindliche Ideologie zu transportieren.
Langfristig sollen Flüchtlinge damit als Unterstützer oder Mitglieder gewonnen werden. Gefährlich ist es insbesondere für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (PDF), die ohne Eltern oder Verwandte nach Deutschland gekommen sind und somit besonders nach sozialer Nähe suchen.
Mehrere islamistische Organisationen haben gezielt dazu aufgerufen, den Kontakt zu Flüchtlingen zu suchen, darunter sind auch salafistische Gruppierungen.


Ist das Verteilen von Koranen in bayerischen Fußgängerzonen verboten?

Da die Verteilung des Korans durch die Glaubens- und Gewissensfreiheit beziehungsweise die allgemeine Handlungsfreiheit geschützt ist, sind Koran-Verteilungsaktionen per se nicht verboten – solange die Veranstalter und Teilnehmer nicht gegen rechtliche Vorschriften oder Auflagen der Ordnungsbehörden verstoßen.
Seit 15. November 2016 ist jedoch das bundesweite Koran-Verteilprojekt „LIES!“ (PDF) in Deutschland verboten, weil Organisatoren und Betreiber der „LIES!“-Aktionen (PDF) das Verteilen von Koranen nutzten, um salafistische Propaganda zu betreiben und neue Anhänger zu rekrutieren.


Was soll ich tun, wenn ich in einer Moschee merkwürdige Inhalte höre?

Die Sicherheitsbehörden in Bayern gehen allen Hinweisen auf salafistische Tätigkeiten konsequent nach.

Bei Verdachtsfällen wende dich bitte an:
Bayerisches Landesamt für Verfassungsschutz (LfV)
Knorrstraße 139
80937 München
Telefon: (089) 3120 14 80
E-Mail schreiben

 

In dringenden Fällen rufe bitte die Polizei unter 110 an!


Wo bekomme ich eine vertrauliche und anonyme Beratung?

Hier gibt es vertrauliche bzw. anonyme Beratung oder Hilfe.